Im Einsatz für die Menschlichkeit

Im Einsatz für die Menschlichkeit

Erika Borek (stehend rechts), Vorsitzende der Hospiz Stiftung für Braunschweig, mit (von links) Referentin Renate Kastrowsky-Kraft und Hospiz-Leiterin Petra Gottsand. Foto: Anke Meyer

Von Anke Meyer / Quelle: Der Löwe

Hospiz Stiftung für Braunschweig lud zum 9. Jahresempfang für Damen.

Bürgerschaftliches Engagement ist keine Selbstverständlichkeit – nicht im Sport- oder Kunstverein, nicht in politischen Parteien oder in Kirchengemeinden und erst recht nicht bei der Begleitung sterbenskranker Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Rund 30 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich neben 24 hauptamtlichen Kräften um das Befinden der Gäste im Hospiz am Hohen Tore. Der traditionelle Jahresempfang der Hospiz Stiftung für Braunschweig dient vor allem auch dazu, diesen beispielhaften Einsatz  zu würdigen.

„Sie tragen dadurch dazu bei, dass wir im Hospiz einen hohen Anspruch an Qualität verwirklichen können und Menschen nach ihren eigenen Wünschen leben und in würdevoller Begleitung sterben dürfen“, zollte Erika Borek, Vorsitzende der Hospiz-Stiftung, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Respekt – unabhängig davon, ob sie ehrenamtlich oder hauptamtlich im Einsatz für die Menschlichkeit sind.

Sie dankte während ihrer Begrüßungsansprache den Spendern und Förderern für ihre Unterstützung der Stiftung und des Hospizes.  „Sie alle investieren in Menschlichkeit und tragen dazu bei, dass Menschen in Krankheit, Krisen und Not Beistand erhalten“, sagte Erika Borek während des 9. Jahresempfangs für Damen, zu dem unter anderem auch Bürgermeisterin Annegret Ihbe und Sozialdezernentin Andrea Hanke gekommen waren.

Sozialwissenschaftlerin Renate Kastrowsky-Kraft warb in ihrem Kurzreferat für freiwilliges Engagement und ehrenamtlichen Einsatz. „Ehrenamt ist sinnstiftend“, verdeutlichte sie. Es gebe mit gesellschaftlicher Teilhabe, persönlicher Weiterentwicklung, Anerkennung und dem guten Gefühl, zu helfen, auch einiges zurück.

Die Soziologin nannte interessante Fakten zum ehrenamtlichen Engagement: In Deutschland engagieren sich insgesamt 23 Millionen Menschen ehrenamtlich. 10 bis 15 Jahre dauert ihr Engagement im Schnitt. Menschen mittleren Alters sind am ehesten bereit, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Junge Menschen bevorzugen konkrete Projekte. Und im ländlichen Raum gibt  es mehr Engagement als in Metropolen.

Braunschweig liege,  so Renate Kastrowsky-Kraft, bei der Ehrenamtlichenquote mit 38,7 Prozent noch über dem  Bundesschnitt (36 Prozent). Mehr Menschen als in Deutschland engagierten sich in Österreich, den Niederlanden und in Großbritannien. Renate Kastrowsky-Kraft beendete ihren Vortrag mit einem Zitat des kürzlich verstorbenen Publizisten Roger Willemsen: Wenn wir das Leben schon nicht verlängern können, können wir es doch verdichten. Passender konnte der Abschluss ihres Vortrags über ehrenamtliches Engagement im Hospiz nicht formuliert sein.

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